Von der Herbstzeitlosen zur Kartoffelbäuerin
Eigentlich hätte bereits der letzte Blogbeitrag von violetten Kartoffeln handeln sollen, doch dann haben sich, wie ihr vielleicht gelesen habt, die violetten Herbstzeitlosen in den Vordergrund gedrängt. Aber jetzt geht’s wirklich um die Kartoffeln und somit violett weiter. Denn die violetten Kartoffeln sind ganz sicher zeitloser als die Herbstzeitlosen und gehören im Heimeli nicht nur in die Älplermagronen, sondern als Dekochips auch auf unsere Teller. Genau genommen geht es aber weder um die Chips noch um die Magronen. Es geht darum, dass auch auf 1800 m über Meer mehr möglich ist, als man glaubt, und manchmal auch mehr wächst, als man denkt. So eben auch violette Kartoffeln.
Letztes Jahr hatte ich mit einigen vom Winter übrig gebliebenen violetten Kartoffeln, die bereits kräftig am Keimen waren, einen ersten Versuch gewagt. Der Erfolg damals hat mich motiviert, dieses Jahr einen Schritt weiterzugehen. Ich wollte herausfinden, welche Plätzchen rund ums Heimeli sich besonders gut für unsere «Hauskartoffeln» eignen könnten. Also habe ich drei kleine Versuchsfelder angelegt und dort im Frühling wiederum alle übrig gebliebenen violetten «Winterkartoffeln» eingegraben. Viel zu verlieren gab es nicht. Entweder es funktioniert oder eben nicht. Der Aufwand hielt sich in Grenzen und allzu grosse Erwartungen hatte ich auch keine. Umso schöner war das Resultat. Unsere Hausperle Patrizia, die sich um ganz vieles im und ums Heimeli kümmert, war sich auch fürs Kartoffelgraben nicht zu schade und holte wunderschöne, tief dunkelviolette Kartoffeln aus der Erde. Nicht gerade riesig, zugegeben, aber für unsere Dekochips eigentlich genau richtig. Und die Farbe ist fantastisch, viel kräftiger und dunkler als bei den violetten Kartoffeln, die wir sonst kaufen.
Und schon steht die nächste Frage im Raum. Früher gehörte im Heimeli zumindest eine teilweise Selbstversorgung ganz selbstverständlich zum Alltag. Sollten wir vielleicht ein kleines bisschen in diese alte Zeit zurückkehren? Nicht gerade zur richtigen Selbstversorgung, aber wäre ein kleiner Kartoffelacker nicht doch eine Überlegung wert? Ob das sinnvoll ist, sei dahingestellt. Sinnvoll ist schliesslich relativ. Aber vielleicht eröffnet sich hier ja auch gleich meine nächste berufliche Perspektive. Wie im letzten Blog bei den Herbstzeitlosen bereits erwähnt, kommt für mich die Zeit, zu neuen Aufgaben aufzubrechen. Warum also in die Ferne schweifen, wenn die berufliche Zukunft direkt vor dem Heimeli in der Erde liegt? Gärtner für violette Kartoffeln auf 1800 m über Meer. Oder etwas bodenständiger: Heimeli Kartoffelbauer, ah sorry Kartoffelbäuerin. Klingt eigentlich gar nicht schlecht. Die Karrierechancen dürften überschaubar sein, die Konkurrenz dafür ebenfalls.
Vielleicht wird also aus unseren kleinen Versuchsfeldern irgendwann tatsächlich wieder ein richtiger Kartoffelacker. Vielleicht bleibt es auch einfach bei ein paar besonders schönen violetten Knollen für unsere Dekochips. Aber genau darum geht es eigentlich: ausprobieren, beobachten und immer wieder feststellen, dass auch auf 1800 m über Meer mehr möglich ist, als man glaubt, übrigens nicht nur bezüglich Kartoffeln. Und falls dabei ganz nebenbei noch ein neuer Job für mich entsteht, umso besser. Heimeli Kartoffelbauer für violette Dekochips. Ich könnte mich langsam mit dem Gedanken anfreunden.

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