Das Heimeli ist Heimat, gibt Heimat und braucht Heimat
Auf jedem Tisch im Heimeli liegt ein antiker Schlüssel mit der Aufschrift: "Heimeli - der Schlüssel zu glücklichen Stunden". Und heute wurde, zusammen mit dem Heimeli-Hauptschlüssel, einer dieser Schlüssel weitergegeben. Weitergegeben, an die Menschen, die dem Heimeli künftig Heimat geben werden. Denn das Heimeli gibt nicht nur Heimat und ist nicht nur Heimat, es braucht auch Menschen, die ihm Heimat geben. Doch eins ums andere, schön der Reihe nach und am besten ganz von vorn:
Manchmal gibt es Orte im Leben, die kommen leise. Und irgendwann merkt man: sie sind geblieben. Nicht nur im Alltag, sondern tief im Herzen.
Das Heimeli ist für uns so ein Ort geworden.
Wenn man über viele Jahre hinweg seine Zeit, seine Kraft und seine Gedanken in etwas investiert, entsteht eine Verbundenheit, die schwer zu beschreiben ist. Fast wie zu einem eigenen Kind. Natürlich nur fast, das wissen wir gut, schliesslich haben wir selber Kinder und inzwischen auch Enkelkinder. Aber wer einmal ein Herzensprojekt begleitet hat, weiss, wie nahe sich diese Gefühle kommen können.
Als wir das Heimeli vor neun Jahren übernommen haben, standen wir an einem Wendepunkt im Leben. Unsere Kinder waren ausgezogen, ein neuer Lebensabschnitt begann. Wir spürten beide den Wunsch, noch einmal etwas Neues zu wagen. Noch einmal aufzubrechen. Noch einmal etwas zu tun, das wir noch nie gemacht hatten.
Eigentlich suchten wir damals nur ein Maiensäss in den Bündner Bergen. Einen Rückzugsort. Ein Stück Natur. Urtümlichkeit. Einzigartigkeit.
Dass zu diesem Maiensäss auch noch ein Gastrobetrieb gehört, machte uns den Entscheid nicht einfacher. Gastronomie? Davon verstanden wir nun wirklich nichts. Aber genau das war der Anfang eines besonderen Abenteuers. Und hatten wir nicht darüber gesprochen, noch einmal etwas ganz Neues anzufangen, etwas zu machen, das wir noch nie gemacht haben? Warum also nicht Gastro? Und wenn wir ehrlich sind, hat unser Herz einfach Ja gesagt, bevor der Kopf mit Zweifeln und Bedenken dazwischenfunkte.
So wurde das Heimeli unser gemeinsames Projekt, unser erstes grosses gemeinsames Werk. René und ich, Seite an Seite, voller Ideen, zwar mit gewissem Respekt aber auch mit schon fast kindlicher Ahnungslosigkeit, gemischt mit einer guten Portion Ungewissheit und ganz viel Optimismus. Aber ist es nicht genau diese Kombination, die Abenteurer ausmachen? Etwas wagen, ohne lange nachdenken, sich einfach hineinstürzen?
…Und dann kam das Leben im Heimeli und damit alles Mögliche, das nicht so war, wie wir es uns vorgestellt hatten, halt eben Abenteuer. Unzählige kleinere und grössere Baustellen, Herausforderungen, mit denen wir nicht gerechnet hatten und Arbeiten, die kein Ende nehmen wollten. Aber wir haben realisiert, wir sind nicht allein. So viele Menschen haben uns unterstützt und waren stets fürs Heimeli da. Wir haben gekrampft, gemauert, gemäht, geflickt, geplant, verworfen, verbessert und wieder neu begonnen. Die Umgebung hergerichtet, einen grossen Umbau realisiert und Schritt für Schritt gelernt, was es bedeutet, ein Berggasthaus zu führen, learning by doing, wie man auf Neudeutsch sagt.
Mit der Zeit geschah etwas, das wir nicht geplant hatten.
Das Heimeli wurde Heimat. Nicht plötzlich, sondern langsam. Tag für Tag ein bisschen mehr.
Während Kinder irgendwann ihre eigenen Wege gehen, bleibt ein Ort wie das Heimeli immer angewiesen auf Menschen, die sich kümmern. Es wird nie wirklich erwachsen, obwohl es schon so viele Jahre erlebt hat. Es braucht Betreuung, Menschen, die da sind und die Verantwortung tragen. Und wenn es auch stimmt, dass das Heimeli Heimat ist und Heimat gibt, es braucht auch Heimat.
Damals, im Frühjahr 2017 haben wir uns entschieden, das Heimeli für 10 Jahre zu begleiten und alles zu geben, um die Heimeli-Geschichte erfolgreich weiter zu schreiben. Und plötzlich realisierten wir: bald sind sie um, unsere 10 Jahre. Die Frage, wie lange können wir das Heimeli noch mit derselben Energie weiterbetreiben, tauchte plötzlich auf. Wer wird hier oben stehen und fürs Heimeli sorgen, wenn wir einmal nicht mehr sind? Auch wenn wir uns jetzt noch jung und fit fühlen. Aber als die Ankündigung der AHV-Rente eintraf, realisierten wir, dass die Zeit ihren eigenen Rhythmus hat.
Also begannen wir zu suchen.
Nicht einfach nach Käufern. Sondern nach Menschen, die bereit sind, mit uns die Heimeli-Leidenschaft zu teilen. Menschen, die fühlen, was das Heimeli ist und was es bedeutet, es zu begleiten.
Und dann geschah etwas Wunderschönes: Wir fanden genau das, was wir uns immer gewünscht hatten. Nachfolger, die das Heimeli bereits kennen, lieben und achten. Menschen, die sich tatsächlich von der Heimeli-Leidenschaft anstecken liessen. Menschen, die neue Ideen mitbringen und gleichzeitig den Geist, den Kern dieses Ortes bewahren wollen. Menschen, die uns erlauben, weiterhin Teil des Heimelis zu bleiben, wenn auch in einer anderen Rolle.
Mit Peter und Urs Kasper wissen wir das Heimeli in Händen von Menschen, die nicht nur Erfahrung in der Gastronomie mitbringen, sondern vor allem Herz. Mit dem BelArosa Hotel und dem BelArosa Chalet haben sie gezeigt, was Gastfreundschaft bedeutet, und wir sind überzeugt, dass sie auch hier oben wundervolle Spuren hinterlassen werden. Zu wissen, dass das Heimeli eine gute Zukunft hat, macht uns glücklich. Ruhig. Dankbar. Denn jetzt ist jemand da, der dem Heimeli weiterhin Heimat gibt.
Danke, Peter und Urs.
Für uns bleibt das Heimeli Heimat. Und wir hoffen von Herzen, dass es auch für euch und eure Familie ein Ort wird, an dem Erinnerungen wachsen, Geschichten entstehen und Menschen ankommen dürfen. Wir hoffen, das Heimeli gibt euch so viel Heimat wie uns, über all die Jahre.
Geniesst die Stunden hier oben. So wie wir sie geniessen durften - und schreibt die Heimeli-Geschichte weiter.
P.S. Und noch eine abschliessende Info: Auch wenn das Heimeli offiziell erst Ende Wintersaison an die neuen Eigentümer übergeht, den "symbolischen" Schlüssel haben wir schon heute weitergegeben, auch das ist Heimeli. Die neuen Eigentümer sind schon da, auch wenn sie noch nicht wirklich im Einsatz sind, und die "alten" werden noch da sein, auch wenn sie nicht mehr Eigentümer sind. Denn es geht einzig um die Frage, was ist gut für das Heimeli und seine Zukunft.
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